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EnEV 2016: Erhöhte Baukosten 20.07.2015  | 6 von 6 | Erhöhte Baukosten

EnEV erhöht den Neubau-Standard ab 2016

Wie erhöhen sich die Baukosten für
neue Wohnhäuser und Wohngebäude?

© Foto: Gina Sanders - Fotolia.com


Anhebung des energetischen Standards in zwei Stufen:

Erinnern wir uns: Die Bundesregierung schlug in ihren Referenten-Entwürfen für die EnEV-Novelle eine zweistufige Anhebung des energetischen Standards vor:
1. beim Inkrafttreten der geänderten EnEV
2. ab dem Jahr 2016

Was die voraussichtlich gesteigerten Baukosten anbelangt, so begründete die Regierung den gesteigerten Aufwand zur Erfüllung der EnEV-Anforderungen folgendermaßen:

"Erfüllungsaufwand für Bürgerinnen und Bürger: Bürgerinnen und Bürgern entsteht durch die Anhebung der Neubaustandards für Wohngebäude ein Erfüllungsaufwand als einmaliger Investitionsaufwand von etwa 220 Millionen Euro jährlich; das bedeutet Mehrkosten pro Wohngebäude von bis zu etwa 1,7 Prozent. Dieser Aufwand kann sich grundsätzlich auch in den Mieten niederschlagen.
Ab dem Jahr 2016 wird durch eine weitere Anhebung der Neubaustandards ein zusätzlicher Erfüllungsaufwand in Höhe von etwa 264 Millionen Euro entstehen. Ein weiterer jährlicher Erfüllungsaufwand in Höhe von etwa 150 000 bis 300 000 Euro entsteht durch die zu erwartende Verteuerung von Immobilienanzeigen.

Weitere Kosten: Auf Grund der vorgesehenen Regelungen sind geringfügige Einzelpreisanpassungen möglich. Die Nachfrage nach Bauprodukten von hoher energetischer Qualität wird steigen. Da solche Produkte mehr und mehr zu Standardprodukten werden, ist für diese mit einem Sinken der Preise infolge der Skaleneffekte bei Herstellung und Vertrieb oder wenigstens mit stabilen Preisen zu rechnen. Diese Wirkung trat schon bei früheren Novellierungen auf. Für das Mietniveau sind Steigerungen bei künftig zu vermietenden neu gebauten Wohnungen und Häusern auf Grund höherer Investitionsanforderungen nicht auszuschließen, weil investiv bedingte Steigerungen der Mieten und Gesamtwohnkosten zwar in der Regel, aber nicht immer durch die eingesparten Energiekosten der Nutzer kompensiert werden."
|
Bund: Entwurf für die EnEV-Novelle - 08.02.2013

Als wissenschaftliche Grundlage und Erklärung der wirtschaftlichen Vertretbarkeit für die geplante Anhebung der energetischen Anforderungen diente der Bundesregierung die Studie "Ergänzungsuntersuchungen zum Wirtschaftlichkeitsgutachten für die Fortschreibung der Energieeinsparverordnung", veröffentlicht auch als Pdf-Download auf den BBSR-Seiten:
|
BMVS: Gutachten für die EnEV-Fortschreibung

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Energetische Verbesserung in einer Stufe ab 2016:

Wie Sie wissen, hat der Bundesrat der EnEV-Novelle nur zugestimmt mit etlichen Maßgaben, zu der auch die Anhebung des energetischen Standards in einer einzigen Stufe gehörte. Als Begründung führte der Bundesrat folgende Argumente auf:

"Aufgrund der langfristigen Planungszeiten sollten Änderungen der Anforderungen nicht so kurzfristig (2014) und nicht so häufig (Zwei-Jahres-Abstand) erfolgen. Dies auch deshalb, da sich durch das Zusammenspiel mit dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz, das nicht zeitgleich novelliert wird, ohnehin zusätzliche Änderungen der Anforderungswerte ergeben. Das Zusammenlegen der beiden Verschärfungsstufen in der EnEV 2012 ermöglicht sowohl für den Vollzug als auch für die Aufsteller, die Planer und die Bauherren eine verlässlichere Planungssicherheit.
Das Zusammenlegen der Verschärfungsstufen umfasst sowohl Wohn- als auch Nichtwohngebäude, da für beide Gebäudetypen die abgegebenen Begründungen gleichermaßen gelten. Zudem sind die vorgesehenen Schritte im Vergleich zum letzten Schritt des ehemaligen Anforderungsniveaus der EnEV 09 zur EnEV 07 mit jetzt jeweils vorgesehenen etwa 12,5 Prozent klein.

Das Aufschieben der Verschärfung der EnEV gibt der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes zudem die Möglichkeit, noch vor Eintreten der Verschärfung im Jahre 2016 zu reagieren, um gegebenenfalls aus dem Zusammenspiel der beiden Verpflichtungen nicht bedachte Härtefälle zu berücksichtigen.

Die zweistufige Veränderung des Primärenergiefaktors für Strom wird ebenfalls zu einer Stufe zusammengelegt. Anderenfalls würde das Anforderungsniveau für mit einer Wärmepumpe beheizte Gebäude deutlich reduziert."

| Bundesrat: Beschluss zur EnEV-Novelle - 11.10.13

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Wie verteuert die EnEV die Baukosten?

"Es gibt keinen Zusammenhang zwischen steigenden Baupreisen und energetischen Anforderungen" schlussfolgerte die Deutsche Unternehmerinitiative Energieeffizienz (DENEFF) im November 2014. In einer Initialstudie hatten sich das Beratungsunternehmen Ecofys und das Architekturbüro Schulze Darup & Kollegen wissenschaftlich mit dieser Behauptung auseinandergesetzt. Anhand wesentlicher Bauteile wie Außenwänden, Satteldächern, Fenstern und Heizungspumpen sowie am Beispiel eines Neubaus einer Doppelhaushälfte hatten sie untersucht, wie sich die Kosten zwischen 1990 und 2014 bei gestiegenen Effizienzanforderungen tatsächlich entwickelt hätten. Weitere Informationen und den Bericht der genannten Studie finden Sie unter:
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DENEFF: Studie berechnet Preisentwicklung

"Jede Verschärfung der Energieeinsparverordnung hat die Kosten im Wohnungsbau überproportional erhöht. Und schon bald steht ein weiterer Preisanstieg bevor, gegen den die Mieter machtlos sind." verkündete die überregionale Zeitung Welt im Internet am 1. April 2015. Dies war keineswegs als Aprilsscherz gemeint: Als Argumente brachte der Autor die Zahlen des Statistischen Bundesamtes sowie die Schlussfolgerungen einer Studie der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen (Arge) in Kiel vom August 2014. "Zwei Drittel der seit dem Jahr 2000 erfolgten Kostensteigerungen sind eine direkte Folge der EnEV." fasst Arge Geschäftsführer Dietmar Walberg das Fazit dieser Studie zusammen.
Am 23. April 2015 stellt das Verbändebündnis Wohnungsbau auf dem 7. Wohnungsbau-Tag 2015 in Berlin die aktuelle Studie "Kostentreiber für den Wohnungsbau" vor. Man darf gespannt sein.
Wir werden weiterhin für Sie berichten.
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Welt: Wohnen in Deutschland wird teurer
| Verbändebündnis: 7. Wohnungsbau-Tag 2015

Autorin: Melita Tuschinski, Redaktion EnEV-online.de

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-> Welche Bauvorhaben sind betroffen?

-> Wie ändert sich der Primärenergiebedarf?

-> Wie ändert sich der Wärmeschutz der Hülle?

-> Wie ändert sich die Bilanzierung von Strom?

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