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Prof. Dr.-Ing. Kati Jagnow 29.05.2019

Niedriginvestive Sanierungsmaßnahmen

Prof. Dr.-Ing. Kati Jagnow berichtete auf den Berliner Energietagen 2019: Was ist "niedriginvestiv"? Was sind typische Maßnahmen? Ist niedriginvestiv "wirtschaftlich"? Wie sind die Erfahrungen mit ausgewählten Maßnahmen?

© Foto: Jagnow


Niedriginvestive Maßnahmen zum Sanieren der Gebäude bleiben nach Ansicht vieler Experten auf den 20. Berliner Energietagen als eines der wenigen Mittel übrig, um aktuell wenigstens die Stagnation aufzuhalten. Doch welche Maßnahmen können Architekten und Planer in ihren Energieberatungen Bauherren vorschlagen? Wissenschaftler haben eine Reihe von Möglichkeiten untersucht. Im Forum "Niedriginvestive Maßnahmen – Chance für die Energiewende im Gebäudebestand" setzte sich Prof. Dr. Kati Jagnow, Hochschule Magdeburg/Stendal und Energieberaterin in Braunschweig, mit den bekannten Sanierungsmöglichkeiten auseinander, die weniger kosten, jedoch mit Blick auf Energieeinsparungen wirtschaftlicher sind.

  1. Armaturen zum Wassersparen einsetzen

  2. Rohre nachdämmen

  3. Hydraulischen Abgleich durchführen

  4. Kellerdecken dämmen

  5. Oberste Geschossdecken dämmen

  6. Niedrigtemperatur- durch Brennwertkessel ersetzen

  7. Pumpen austauschen

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1. Armaturen zum Wassersparen einsetzen

Wechseln kostet zunächst wenig. Aber es ist ausschließlich die Sache der Nutzer. Bei 50 Euro Investition als Beispiel und sieben Jahren Lebensdauer entstehen Kosten je gesparte Kilowattstunde von nur 0,01 Euro / kWh. Aus energetischer Sicht halbiert sich der Wasserverbrauch (bei der Annahme: 3 Personen, Verbrauch von 600 kWh/(P.A) für Warmwasser und 60 Prozent Duschanteil). Aber nur dann, wenn der Nutzer nicht noch mehr duscht, als sowieso schon… Der Armaturenwechsel muss zudem mindestens an der Hauptzapfstelle erfolgen. Gerade in der ersten Zeit nach dem Einbau des schönen Duschkopfes, ergaben Verbrauchsanalysen in Einfamilienhäusern, verbrauchten Nutzer kaum weniger Wasser als zuvor.

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2. Rohre nachdämmen

Kosten je gesparter Kilowattstunde – äquivalenter Energiepreis: 0,04 Euro / kWh. Doch es gibt eine wichtige Voraussetzung: Es müssen Rohre gedämmt worden sein, die sich in unbeheizten Räumen befinden. Sonst kommt es höchstens zu geringfügigen Einsparungen. Es gibt praktisch kein Fehlerpotenzial (EnEV-Verpflichtung).

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3. Hydraulischen Abgleich durchführen

Der äquivalente Energiepreis liegt ebenfalls bei 0,04 Euro / kWh. Das Energiesparen funktioniert aber nur in alten, schlecht gedämmten Gebäuden. Und: Die Nutzer müssen bisher unbeabsichtigt Energie verschwendet haben. Waren sie schon sparsam, können Effekte ausbleiben. Oft unterläuft auch der Fehler, zu vereinfachte Berechnungen für die Ausgangssituation vor dem Abgleich vorzunehmen. Viele Energieberater schätzen die konkrete Ist-Situation vor Ort nicht real genug ein. Wer als Bauherr Geld haben sollte, könnte daher besser gleich die Fassade dämmen. Das passiert leider zu wenig. Fachhandwerker raten nach Einschätzung von Experten aktuell sogar vom hydraulischen Abgleich ab – sie streuen Falschinformationen über die zu erreichenden Effekte. Ist ihnen der Aufwand für den Abgleich zu hoch? Am Einbau neuer Technik verdienen sie jedenfalls besser. Einsparung: 5 kWh/(m²a) für Einfamilienhäuser.

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4. Kellerdecken dämmen

Der äquivalente Energiepreis beträgt auch hier 0,04 Euro / kWh. Voraussetzung ist erneut, dass die angrenzenden Räume warm sein müssen, um Energiespareffekte zu erzielen. Um keine bösen Überraschungen zu erleben, müssen die Keller vor dem Dämmen genau auf Feuchteschäden untersucht werden. Dann ist die Dämmung nutzlos, ebenso bei vorhandenen Wärmebrücken, die nicht vorher beseitigt werden.

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5. Oberste Geschossdecken dämmen

Äquivalenter Energiepreis: 0,01 Euro / kWh. Angrenzende Räume müssen warm und vorher schlecht gedämmt gewesen sein. Diese Sanierungsvariante ist absolut kostengünstig und bringt schnelle Amortisation der Kosten.

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6. Niedrigtemperatur- durch Brennwertkessel ersetzen

Kati Jagnow legte hierzu Verbrauchsanalysen in vergleichbaren Mehrfamilienhäusern vor – bei der einen Hälfte waren bereits Brennwertkessel im Einsatz, die anderen heizten noch mit Niedrigtemperaturkesseln. Auffällig war die sehr hohe Streubreite aller Verbrauchswerte. Das ließ diese Schlussfolgerung zu: Die schlechteste Effizienz eines erneuerten Brennwertkessels lag unter der besten Effizienz eines noch im Einsatz befindlichen Niedrigtemperaturkessels. Schlussfolgerung: Eine zu gute Ausgangseffizienz verhindert Energiespareffekte. Sogar Verschlechterungen waren möglich. Die Umrüstungskosten pro eingesparter Kilowattstunde schwanken demzufolge stark – eine verallgemeinerte Aussage lässt sich nicht treffen. Gerade dieses Beispiel zeigt die Notwendigkeit, vor einer Sanierung genau die konkrete Situation des Gebäudes, der Räume und der Nutzer zu analysieren. Ehrlichkeit gegenüber der Ist-Situation lautet das Stichwort. Äquivalente Energiepreise differieren je nach Ausgangssituation in einer Bandbreite zwischen 0,08 Euro / kWh und 0,20 Euro / kWh.

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7. Pumpen austauschen

Äquivalenter Energiepreis: 0,10 Euro / kWh (im Vergleich mit sonstigem Preis, hier: Strom). Aber der Tausch spart viel. Üblich ist eine Leistung der alten Pumpe von etwa 40 Watt. Die neuen Hocheffizienzpumpen liegen bei 5 Watt. Ein Fazit, das für alle Maßnahmen gilt: Monitoring ist unerlässlich, um die Effektivität der Energiesparmaßnahme zu bewerten. Lange Betriebszeiten sind eine Voraussetzung für den Erfolg. Laufzeitannahmen: 18 h/d und 365 d/a.

Bericht: Peter-Michael Fritsch, Berlin

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